Fenster mit Selbstbildnis, ca. 1963, Caparolfarbe, Kreide auf Hartfaser, Museum Wiesbaden, Leihgabe aus Privatbesitz
Fenster mit Selbstbildnis, ca. 1963, Caparolfarbe, Kreide auf Hartfaser, Museum Wiesbaden, Leihgabe aus Privatbesitz

Fritz Klemm, Malerei und Arbeiten auf Papier

Die aktuelle Ausstellung widmet sich mit über 100 Bildern dem Schaffen des Karlsruher Künstlers Fritz Klemm (1902 -1990), der sein Werk erst spät, seit Mitte der 1970er Jahre, in Einzelpräsentationen veröffentlichte und seitdem größte Anerkennung erhielt.

Fritz Klemms Kunst steht für ihre besondere Dichte und Intensität, mit der er alltägliche Motive reduziert und im Medium der Malerei, der Zeichnung und der Collage konkret erlebbar macht. Drei Jahre nach Amtsantritt als Lehrer an die Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe begann er im Alter von 49 Jahren selbst wieder künstlerisch zu arbeiten und entwickelte abseits der großen Kunstströmungen der Nachkriegsmoderne sein singuläres Werk. In einer Balance zwischen sachlicher Beobachtung und subjektiver Einfühlung  gelangte er zu einem  Ausdruck, der durch die handschriftliche Aktion als auch durch die Wirkung der eingesetzten Materialien lebt. Es entstanden  Motivreihen mit Situationen aus seinem Atelier, wobei das Fenster und die Wand zuletzt die höchste Bedeutsamkeit erfahren. Fritz Klemms Kunst berührt hierbei immer wieder die Grenze zur gegenstandslosen Malerei und zu einer den Illusionismus negierenden Objekthaftigkeit des Bildes.
Er wird im hohen Alter zu einem der wichtigsten deutschen Vertreter einer „postminimalistischen“ Kunst. In der Ausstellung sind alle Schaffensphasen und Motivreihen von Fritz Klemm vertreten, es werden viele bisher unveröffentlichte Arbeiten gezeigt. Eine kleine Auswahl fotografischer Künstlerporträts von Barbara Klemm, der Tochter von Fritz Klemm, ergänzt die Ausstellung.

 

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum de Fundatie in Zwolle und dem Leonhardi Museum in Dresden. An diesen Stationen ist die Ausstellung nach ihrer Laufzeit in Ahlen, wo sie am 28.01.2018 endet, zu sehen. Es erscheint ein zweisprachiger deutsch/niederländischer Katalog mit über 80 großformatigen Abbildungen und Texten verschiedener Autoren zum Werk von Fritz Klemm. 

 

Zur Eröffnung am Samstag, den 21. Oktober 2017, um 16 Uhr sprechen:

 

Burkhard Leismann, künstlerischer Direktor, Kunstmuseum Ahlen

Dagmar Schmidt, freie Kunstwissenschaftlerin, Kunstvermittlung u.a. Kunstmuseum Ahlen